Die Zeitarbeitsbranche blickt auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2024 zurück. Im vierten Quartal 2024 setzte sich der negative Trend der vorhergehenden Quartale fort: Der durchschnittliche Umsatzrückgang betrug 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, während der Jahrestrend bei -1,4 Prozent liegt. Größere Unternehmen sind stärker von einem Rückgang betroffen, so dass die Gesamtmarktentwicklung 2024 sich stark rückläufig zeigt. Die zentralen Herausforderungen für Zeitarbeitsunternehmen bleiben das schwierige wirtschaftliche Umfeld, steigende Kosten und hohe Krankenstände. Der Fachkräftemangel spielt hingegen eine zunehmend untergeordnete Rolle.
Das sind Ergebnisse des aktuellen Konjunkturindex Zeitarbeit. Er wird vom Research- und Consulting-Unternehmen Lünendonk & Hossenfelder, das auf den Markt für Personaldienstleistungen spezialisiert ist, quartalsweise erhoben und unter www.luenendonk.de veröffentlicht.
Umsätze 2024 durchwegs rückläufig
In allen vier Quartalen 2024 verzeichnete die Branche eine negative Entwicklung. Die Umsätze lagen im Jahresmittel um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau, während die Zahl der Zeitarbeitskräfte um 4,4 Prozent sank. Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder, erläutert: „Der Lünendonk-Konjunkturindex basiert auf einer breiten Marktstichprobe, die auch viele kleine und mittelständische Unternehmen umfasst. 2024 waren vor allem große Unternehmen von einem überdurchschnittlichen Umsatz- und Personalrückgang betroffen. Entsprechend dürfte der Gesamtmarkt noch stärker geschrumpft sein.“ Aktuelle Werte der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in der Überlassung von Arbeitskräften zeigen für die Monate Januar bis November 2024 einen Rückgang von rund 10 Prozent.
Personal- und Fachkräftemangel rückt in den Hintergrund
Noch im ersten Halbjahr 2024 bewertete knapp die Hälfte der Zeitarbeitsunternehmen den Personal- und Fachkräftemangel als zentrale Herausforderung, im vierten Quartal hingegen nur noch 24 Prozent. Stattdessen rückten die schwache Auftragslage, konjunkturelle Unsicherheiten und hohe Krankenstände in den Fokus.
Prognosen für 2025
Für das erste Quartal 2025 rechnen die meisten Zeitarbeitsunternehmen mit keiner spürbaren Erholung. Die Prognosen zeigen eine leichte Stabilisierung, da einige Unternehmen von einer Belebung des Marktes und neuen Aufträgen berichten. Allerdings tragen Tarifeffekte und Preissteigerungen zur Umsatzentwicklung bei, ebenso wie ein Sondereffekt durch die im Januar 2024 ausgezahlte Inflationsausgleichsprämie.
Mit Blick auf die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 zeigt sich die Branche abwartend. Im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren erwarten die meisten Zeitarbeitsunternehmen ein gleichbleibendes oder leicht verbessertes Geschäftsklima. Nur 8 Prozent gehen von einer strengeren Regulierung aus.